Hmpf, Canon 40D – es juckt in den Fingern

Soll ich oder soll ich nicht? Diese Frage stellt sich seit Juli / August bei mir. Es war seit einigen Monaten absehbar, daß ein Nachfolger der 30D langsam am Horizont sichtbar würde. Zur IFA wurde er dann angekündigt oder besser sie: die 40D. Meine 400D sollte ursprünglich als Schnupperkurs in die SLR Welt dienen um später mit etwas ernsthafterem ersetzt werden. Nun isses so weit, dachte ich mir. Oder doch nicht?

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So langsam scheinen die Produktionskapazitäten auszureichen, um die meisten Shops mit ihr zu versorgen.



Der Preis von knapp über 1000 Euro für den Body macht sie besonders interessant. Für mein Kit wechselten damals ca 750 Euro den Besitzer. Und dann gibt es ja da noch das Cashback Programm. Aber muss es wirklich sein?

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Eigentlich bin ich mit der 400D ja zufrieden. Was hat die 40, das die 400 nicht hat? Da wären:

  • Liveview: Hmm, den haben andere Hersteller besser umgesetzt. Autofokus läßt kurz das Bild verschwinden und der Sucher funktioniert nicht während der Liveview ein Bild auf den 3″ Screen zaubert. Das geht auch anders. Vermißt habe ich ihn bei der 400D nicht.
  • Apropos 3″ Screen: Mit 290.000 Pixel nicht gerade top. Laut einem Bericht von digitalkamera.de soll er auch etwas unscharf sein. Die 400D wird mit einen 2,5″ bei 230.000 Pixel ausgestattet.
  • Geschwindigkeit: Die Werte sind sensationell in dieser Klasse: 54 JPEGs bzw. 19 RAWs in Folge bei 5,4 bzw 3 Bildern pro Sekunde. In der Praxis liegen die Werte etwas darunter. Die 400D schafft 27 JPEGs bzw. 10 RAWs bei 3 Bildern pro Sekunde. Für mich allerdings kein Kriterium. Ich knipse idR keinen Sport.
  • 95% Suchervergrößerung: Ahh, toll! Achso.. hat die 400D ja auch. Anmerkung: Die Angabe, daß die Suchervergößerung der 400D 95% beträgt, ist falsch. Ich habe die Angabe mit dem Gesichtsfeld verwechselt. Die 400D liegt bei 0,8x und die 40D bei 0,95x. Daraus resultiert ein klares Plus für die 40D. Danke an “Strauch” aus dem DSLR Forum für den Hinweis.
  • Spritzwasserschutz: Ich gehe mit meiner Kamera nicht in den Regen ;). Schaden kann es allerdings nicht.
  • Bedienung: An das Canon Setup habe ich mich inzwischen gewöhnt und komme gut damit zurecht. Es bleibt alles beim alten und alles wird gut.Wenn da nicht ein Foto des Body wäre: Warum integriert Canon das Einstellungsdisplay nicht in den 3″ Screen auf der Rückseite? Warum wieder oben auf dem Gehäuse? Schön, daß es sich extra beleuchten läßt, aber durch die Größe ist es schwieriger abzulesen. Gerade bei Nachtaufnahmen war der Sekundenzähler im Display auf der Rückseite der 400er Gold wert.
  • Die Haptik: Klares Plus für die 40D, denke ich. Der Größenvorteil(?) der 400D, wenn man ihn als Vorteil verbuchen kann, wird ihr hier zum Nachteil: Je kleiner desto schlechter die Haptik – meist zumindest. Da faßt sich die 40D wohl besser an und liegt sicherer in der Hand. Plastik vs. Magnesium tun ihr übriges. Testen konnte ich es noch nicht.
  • Auf ein Feature habe ich vergeblich gewartet: ISO 50. Statt den Wert mal nach unten zu erweitern, wird er nach oben ausgebaut. ISO 1600 bei der 400D habe ich nie gebraucht. Ab 800 wirds unbrauchbar. Wie sich das Rauschverhalten bei bis zu ISO 3.200 der 40D auswirkt, ist noch offen. Ich habe leider noch keine Testbilder gesehen. Folglich auch kein Kriterium für mich.
  • Das Daumenrad: ein Killerkriterum in meinen Augen. Ich hasse es, eine Kombination aus einer Taste + Funktionsrad zu drücken, um im manuellen Modus die Blende zu verstellen. Warum designed man sowas? Im M-Modus interessiert mich in erster Instanz die Blende und Belichtungszeit. Also möchte ich auch einen schnellen Zugriff auf die Funktion. Klares Plus für die 40D. Hier gehts Dank Daumenrad wesentlich flotter zur Sache.
  • Der Kleinkram: Akkus und Batteriegriff müssen neu gekauft und können nicht übernommen werden. Beim Batteriegriff für mich nachvollziehbar. Die Akkus hätte man aber behalten können. Das ist leider der Preis höherer Kapazität. Wieder zusätzliche Kosten.

Irgendwie beschleicht mich inzwischen das Gefühl, daß ich die 40D nicht wirklich brauche. Die Fakten sprechend dagegen, auch wenn ich das Daumenrad doch sehr vermisse. Kritisch wird sicherlich die 1000 Euro Grenze, die in nicht all zu ferner Zukunft erreicht werden dürfte:

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Ich fürchte ich werde noch einige Wochen mit mir kämpfen müssen, um dann letztendlich doch schwach zu werden. ;) Es bleibt spannend!


Infos:

3 Responses to “Hmpf, Canon 40D – es juckt in den Fingern”

  1. Irulusug says:

    Asche auf mein Haupt.

    Die Angabe, daß die Suchervergößerung der 400D 95% beträgt, ist falsch. Ich habe die Angabe mit dem Gesichtsfeld verwechselt. Die 400D liegt bei 0,8x und die 40D bei 0,95x. Daraus resultiert ein klares Plus für die 40D.

    Danke an “Strauch” aus dem DSLR Forum für den Hinweis.

  2. foo says:

    Naja, 1000€ sind ja jetzt schon unterboten, dank cashback

  3. Felix says:

    Mich juckts auch in den Fingern… Meine 350D hat 25.000 Auslösungen hinter sich und langsam stelle ich fest, dass die 350D irgendwann nicht mehr ausreicht. Rauschverhalten und Autofokus in dunkler Umgebung sind für mich nicht ausreichend gut. In dem Sinne würde eine 40D Sinn machen. Na dann fang ich mal mit dem Sparen an ;) Viele Grüße!

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